Wasserwirtschaft in Vorarlberg vor Klimarisiken

Neue Quellen, Grundwasserbrunnen und Verbundleitungen sollen die Trinkwasserversorgung in Vorarlberg sichern.

17.03.2026 16:01
red04
© Adobe Stock
Im Fokus der neuen Wasserwirtschaftsstrategie stehen der Schutz vor Naturgefahren, die Nutzung von Gewässern für die Energieversorgung sowie ein effizienter Umgang mit der Ressource Wasser. 

Das Land Vorarlberg hat am heutigen Dienstag seine überarbeitete Wasserwirtschaftsstrategie bis zum Jahr 2030 vorgestellt. Im Fokus stehen dabei der Schutz vor Naturgefahren, die Nutzung von Gewässern für die Energieversorgung sowie ein effizienter Umgang mit der Ressource Wasser.

Klimawandel verändert Niederschlagsmuster

Nach Angaben von Landesrat Christian Gantner (ÖVP), zuständig für Wasserwirtschaft, wird die Gesamtjahresniederschlagsmenge zwar unverändert bleiben, sich jedoch zeitlich verschieben – von den Sommer- zu den Wintermonaten. „Die Starkniederschläge werden zunehmen und kleinräumiger, lokaler und schwerer werden – mit Folgen wie Muren, Lawinen oder Hochwasser“, erklärte Gantner. Zugleich seien im Sommer längere Hitzeperioden mit höherer Verdunstung, geringeren Abflussmengen und sinkender Quellschüttung zu erwarten. Um die Versorgung zu sichern, plant das Land neben der Erschließung neuer Quellen und Grundwasserbrunnen auch Investitionen in Verbundleitungen. Im Bregenzerwald steht ein Projekt kurz vor der Einreichung, das zehn Gemeinden durch eine neue Trinkwasserleitung miteinander vernetzt.

Sanierung und Erweiterung von Kläranlagen

Die Strategie sieht zudem Maßnahmen für Kläranlagen vor. Steigende Wassertemperaturen können die Reinigungsleistung der Anlagen verringern und den Sauerstoffgehalt in Gewässern unterhalb der Kläranlagen senken, was ökologische Risiken birgt. Wolfram Hanefeld, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, nannte bei der Pressekonferenz die Beschattung von Flüssen als mögliche Maßnahme. Am Unterlauf der Dornbirner Ache oder am Lustenauer Kanal könnten Bäume und andere Beschattungselemente die Wassertemperatur senken. Am Klausbach habe eine etwa 100 Meter lange Beschattung bereits zu einer Abkühlung um ein Grad Celsius geführt. Ein weiterer Bestandteil der überarbeiteten Strategie ist die Einführung einer vierten Reinigungsstufe in ausgewählten Kläranlagen. Damit sollen Mikroschadstoffe aus Medikamenten, Kosmetikprodukten oder Reinigungsmitteln gezielt aus dem Abwasser entfernt werden, um die Gewässerqualität zu verbessern.

(APA/red)

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